Marienberger Geschichte(n)

Ganz selten auf dem Markt der Stadt,
es solch ein buntes Gewimmel hat.
Da musste was Besonderes sein?
Ein Festspiel war’s, für Groß und Klein.
Das Team im Baldauf Villa-Haus
trug die Idee ins Land hinaus.
Gerd Schlott, das war für sie der Mann,
der das Festspiel arrangieren kann.

Die Marienberger Geschichte(n),
aus längst vergang’ner Zeit berichten,
was sich hat hier einst zugetragen,
vor vielen, vielen tausend Tagen,
ward’ aufgeschrieben und inszeniert
und auf dem Marktplatz aufgeführt.
Schauspieler waren schnell gefunden,
geprobt das Stück in vielen Stunden.
Aus Glauchau und aus Wolkenstein,
zogen Soldaten aus dieser Epoche ein.

Endlich war es soweit.
Am 18.August war Premierenzeit.
So viele Gäste, im Sitzen und im Stehen,
wollten das Festspiel auf dem Markte sehen.
Zwei Frauen spotteten beim Waschbrett reiben,
was denn so die hohen Herrschaften treiben,
Bei Lustbarkeit und Völlerei,
waren diese Herrschaften immer dabei.
Puder und Parfüm und das Wasser meiden,
Sie rochen deshalb so streng von weitem.
Denen war es egal, ob Stadt und Land,
jeder etwas zu beißen fand.

Was dann folgte auf des Marktes Flur,
war Marienberger Geschichte pur.
Ob Berggeschrei, ob Kampf um’s Brot,
ob Rekrutenwerbung, große Hungersnot,
Historische Figuren, im feinen Gewand,
so jeder den Bürgermeister Trebra erkannt.
Auch Bürgermeister und die Geistlichkeit,
Personen waren aus dieser Zeit.
Auch das einfache Volk, die Bürger der Stadt,
man zum Festspiel nicht vergessen hat.
Sie riefen nach Korn und Mehl und Brot,
in ihrer größten Hungersnot.
Rekrutenwerbung gegen das Recht!
Der Bergmann ist kein Soldatenknecht!

Es kam des Sachsens Kurfürst so dann,
mit der Kurfürstin auf dem Markte an,
zu sehen im Marienberger Bergrevier,
wie geht’s ihren Untertanen hier.
Soldaten und Tänzer aus dieser Zeit,
standen zum Empfang ihres Herrn bereit.
Es ertönten laut in weiter Rund,
die Jagthörner zur Feierstund.
Zu aller Erheiterung erklang,
schöner Kinder- und auch Chorgesang.

Der Türmer und auch seine Frau,
war’n im Festspiel eine besondere Schau,
mit Bierfass und den Besof’f’nen spielen
und Worten, die auf’s Zwerchfell zielen.
Es zetert auch heut noch so manches Weib,
ob des Mannes liebsten Zeitvertreib.

Und als das Festspiel dann war aus,
gab es für alle viel Applaus.
Gut gewählte Dankesworte,
gab’s vom OB an diesem Orte.
Constanze und ihr Team, Stepanka und Gerd
war’n ihm einen besonderen Dank noch Wert.

Dankeschön, sagen wir noch einmal allen.
Es hat uns wirklich ganz toll gefallen.
Und, das wäre einfach schön,
in 3 Jahren so was noch mal zu seh’n,
wenn unsere alte, junge Stadt,
fünfhundertsten Geburtstag hat.

Gedicht: Holger Hiemann ; Fotos: Michael Okhof